Römmler & Jonas war der Name einer bedeutenden Dresdner Kunstdruckanstalt. Der sächsische Hofphotograph Emil Römmler (*16. Februar 1842 in Mittweida; † 15. Januar 1941 in Dresden) hatte seine photographische Ausbildung zunächst im Chemnitzer Atelier des Vaters und dann in München bei Joseph Albert erhalten, der ihn auch mit dem Lichtdruck vertraut machte. Zwischenzeitlich besaß Römmler in Dresden ein eigenes Atelier eingerichtet, 1871 wurde die Kunstdruckanstalt Römmler & Jonas im Zusammenwirken mit dem Buchhalter Leopold Erasmus Jonas gegründet.

Römmler & Jonas waren vor allem für ihre hochwertigen Lichtdrucke bekannt und haben seinerzeit berühmte Kunstbände mit Prachtausgaben z. B. zum Zwinger, zum Dresdner Residenzschloss, dem Grünen Gewölbe und der Hofkirche verlegt. Sie dokumentierten aber auch Dresdner Villen und gehörten zu den Pionieren des Drucks von Postkarten. Römmler & Jonas führten in Dresdner Firmen, z. B. bei Villeroy & Boch, die Nutzung der Fotografie für Werbezwecke ein. Mit der wachsenden Nachfrage nach höherwertigen Druckerzeugnissen für den Massenbedarf mussten sie ihre Produktion kostengünstiger gestalten, was mit dem Lichtdruck nicht möglich war, und führten den mehrfarbigen Rotations-Tiefdruck ein. Seit 1889 war die Firma in der Blasewitzer Straße 27 ansässig.

Ab 1928 gehörte die Kunstdruckanstalt Römmler & Jonas zur Güntz-Stiftung. Alle Firmengebäude wurden während der Luftangriffe 1945 zerstört, die erhaltenen Maschinen als Reparation in die Sowjetunion verbracht.

Abbildung: Werbegrafik von Kurt Fiedler für den Rotations-Tiefdruck. Hierbei wird die gesamte Druckform eingefärbt und die Farbe anschließend so entfernt, dass sie nur in den zu druckenden, tieferliegenden Bereichen übrigbleibt.