Die Güntz-Stiftung wurde am 1. Oktober 1856 von Dr. Justus Friedrich Güntz gegründet, der dafür das Adreß-Comptoir und das damit verbundene Recht zur Herausgabe des Dresdner Anzeigers der Stadt Dresden übertrug. Die Stiftungsmittel sollten zur jährlichen Vermehrung des Bürgerhospital-Fonds, für Asyl und Beköstigung Bedürftiger sowie zur Verschönerung der Stadt eingesetzt werden. Der jeweilige Oberbürgermeister stand dem Kuratorium der Stiftung vor.

Gänsediebbrunnen Die Dr. Güntz'sche Stiftung hat sich über Jahrzehnte große Verdienste um Dresden erworben. Aus ihren Mitteln wurden Denkmale, Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen finanziert. Schon bis 1906, dem Jahr der 50-Jahr-Feier, flossen insgesamt 4,34 Millionen Mark in Projekte zur Verschönerung der Stadt und der Wohlfahrt. Davon hatten erhalten: das Bürgerheim 715 TM, das Güntzheim 826 TM, das Maternispital 204 TM, die Armenkasse 80 TM und der Verschönerungsfonds 2,5 Mio Mark. Bis 1927 erhielt das Bürgerheim (ohne Inflationsjahre) weitere 1,4 Mio Mark, vorrangig für die Erweiterung durch Stadtbaurat Paul Wolf, das Güntzheim für den Neubau wiederum durch Paul Wolf 1,16 Mio Mark, das Maternispital 245 TM, das Fürsorgeamt 260 TM und der Verschönerungsfonds 2,3 Mio Mark.

Die Stiftung betrieb ein eigenes Druck- und Verlagshaus. Es war 1895 von Heinrich Wilhelm Clemens Blochmann übereignet worden mit der Auflage, den weiteren Ausbau des Maternispitals zu unterstützen, und verlegte neben dem Dresdner Anzeiger u. a. die Berichte der Leopoldina, die Dresdner Adressbücher sowie Stadtpläne. Zur Firmengruppe gehörte ab 1928 die seinerzeit berühmte Lichtdruckanstalt Römmler & Jonas. Die Verlagsgruppe firmierte ab 1940 als Güntz-Druck mit der Zentrale in der Blasewitzer Straße.

Die Dr. Güntz'sche Stiftung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst der anonymen Sammelstiftung Dresdens verwaltungsmäßig angegliedert und am 2. Januar 1951 aufgelöst.

Abbildung (oben): Gänsediebbrunnen von Robert Diez
Abbildung (unten): Brunnen "Stilles Wasser" am Albertplatz von Robert Diez

Denkmale mit Unterstützung der Güntz-Stiftung

Grafiken von Kurt Fiedler für die Güntz-Stiftung