Der Schriftsteller Hermann Häfker (* 3. Juni 1873 in Bremen; † 27. Dezember 1939 in Mauthausen) war ein bedeutender Filmtheoretiker seiner Zeit. Häfker erhob den Film zur Kinematographie. Bilder, Worte, Musik und Körpersprache sollten sich zu einem Gesamtkunstwerk verbinden, Tendenzen einer "Kinoseuche" in den Großstädten ("Schund und Schmutz") überwunden werden.

Häfker machte sich bereits vor seiner Dresdner Zeit einen Namen als Schriftsteller. 1896 veröffentlichte er sein Frühwerk "Was sagt Shake-speare? Die Selbstbekenntnisse des Dichters in seinen Sonetten. Ein Beitrag zur Shakespeare-Bacon-Frage".

1902 kam Häfker nach Dresden und gründete hier 1909 den Verein Bild und Wort. Mit der Unterstützung von Ferdinand Avenarius und insbesondere nach dessen Tod 1923 von Wolfgang Schumann vom Dürerbund konnte er viele Schriften beim Callwey-Verlag München publizieren, beispielsweise im Kunstwart, aber auch größere Werke in der Kunstwart-Bücherei und als Flugschriften des Dürerbundes. Diese Schriften befassten sich mit verschiedenen populärwissenschaftlichen Themen, wobei sich Häfker besonders um die sexuelle Erziehung und die Verbreitung astronomischer Kenntnisse verdient machte. Häfkers Weltgeschichte in einem Band beim Verlag Kaden & Comp., die er auch in Esperanto publiziert hatte, wurde später von den Nazis verboten. Er arbeitete zudem mit der Rudolph'schen Verlagsbuchhandlung zusammen.

Häfker stand in Dresden wiederholt mit Kurt Fiedler in Verbindung. Fiedler illustrierte das Sternbilder-Buch für den Dürerbund. Im unveröffentlichten Tagebuch von Hermann Häfker (Esperanto-Übersetzung von Uwe Häfker, 2009) für die Jahre 1926/1927 sind weitere gemeinsame Projekte mit Kurt Fiedler vermerkt, die aber evtl. nicht oder nicht zusammen umgesetzt wurden. Ein Buch über "geschlechtliche Fragen" bei der Rudolph'schen Verlagsbuchhandlung betrifft vermutlich die Erziehung zur Liebe von 1929 (ohne künstlerische Illustrationen, auch als Flugschrift des Dürerbundes). Erwähnt wurden zudem eine Serie von Beiträgen über Sternbilder für die Sächsische Landesbildstelle und ein Bilderbuch Transparent für Kinder.

Hermann Häfker floh vor den Nationalsozialisten nach Prag, wurde von dort nach Dachau verschleppt und verstarb im KZ Mauthausen.

Abbildung: Der Jugend gewidmet vom Dürerbund: Hermann Häfker, Das Sternbilder-Buch, Ein Buch von Himmel und Weltanschauung, Verlag von Georg D.W.Callwey, München, 191 Seiten, sechs farbige Steindrucke, zwei Sternkarten und vier Zeichnungen von Kurt Fiedler

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Das Sternbiilder-Buch im Kunstwart

Werke der Dresdner Jahre

  • Kino und Kunst. Mönchengladbach Volksvereins-Verlag. 1913
  • Kino und Erdkunde. Mönchengladbach Volksvereins-Verlag. 1914
  • Der Kino und die Gebildeten. Mönchengladbach Volksvereins-Verlag. 1915
  • Vortragstexte für Lichtbilder der Unger & Hoffmann AG zu 24 ausgewählten Bilder der Dresdner Galerie sowie Aus der Geschichte der alten Bildhauerei nach Originalen und Abgüssen der Skulpturensammlung im Albertinum. 1915.
  • Gilgamesch. Eine Dichtung aus Babylon. Deutsch gesetzt von Hermann Häfker. Kunstwart-Bücherei, Bd. 13, München, Kunstwart-Verlag, 1924
  • Geheimnis des Sternbilderhimmels. München Verlag Callwey. 1925. 23 S. in: Flugschrift zur Ausdruckskultur. Band 195
  • Wanderkunst. Ratschläge mit besonderer Berücksichtigung des Fahrradreisens. München Verlag Callwey. 1925. 24 S. in: Flugschrift zur Ausdruckskultur. Band 197.
  • Das Sternbilder-Buch. Ein Buch von Himmel und Weltanschauung. München Verlag Callwey. 1926.
  • Über Sport und Leibesschulung. München Verlag Callwey. 1926. 13 S. in: Flugschrift zur Ausdruckskultur. Band 206.
  • Moritz von Egidy. Ein deutscher Mensch. Um Verständnis und zur Auferweckung eines Toten. München Verlag Callwey. 1926. 32 S. in: Flugschrift des Dürerbundes 207.
  • Geschlechtlichkeit, Liebe und Güte. München. 1926. 26. S. in: Flugschrift zur Ausdruckskultur. Band 202.
  • Weltgeschichte in einem Band. Dresden Verlag Kaden. 1928. 347 S.
  • Erziehung zur Liebe. Dresden Rudolph'sche Verlagsbuchhandlung. 1930.